Hochalpine Wanderung vom Lünersee auf das Dach des Rätikons – Schesaplana

Wir haben uns mal wieder für den Lünersee als Ausgangspunkt für eine Wanderung entschieden. Diesmal geht es Richtung Westen und nicht wie Anfang Juni Richtung Osten. Von der Talstation der Lünerseebahn ging es mit der Bahn zum Lünersee. Von dort aus ging es dann ein kleines Stück rund um den See, bevor der Anstieg zur Totalphütte begann. Da wir Freitag nach der Arbeit losgewandert sind und wir gerne mal wieder auf einer Hütte schlafen wollten, war die Totalphütte das Ziel für den ersten Tag. Der Weg vom Lünersee zur Totalphütte geht ausschließlich Berghoch. Unterwegs hat man aber fast die ganze Zeit einen unglaublichen Blick auf den Lünersee. Der Anstieg ist technisch nicht super anspruchsvoll. Man sollte aber schon trittsicher sein und eine gute Kondition haben. Bis zur Totalphütte sind es gut 400 Höhenmeter, die man in gut 1 1/2 Stunden zurücklegen kann. Wir waren genau pünktlich zum Abendessen um 18 Uhr auf der Totalphütte und haben den Abend dann bei leckerem Essen, Bier und Brettspielen ausklingen lassen.

 

Von der Totalphütte zur Schesaplana

Am nächsten Tag hieß es dann früh aufstehen, um den Sonnenaufgang anzuschauen. Da man auf den Berghütten ja immer sehr zeitig schlafen geht, hört es sich schlimmer an, als es tatsächlich war. Als wir um halb 6 rauskamen, war es noch sehr bewölkt und man hatte leider fast keine Aussicht. Die Wolken haben sich aber zum Glück recht schnell zurückgezogen, so dass wir einen Blick auf den Lünersee bekommen haben. Die Wolkendecke am östlichem Horizont war leider so dick, dass wir fast kein Morgenglühen hatten. Als wir gerade wieder in die Hütte gehen wollten, hatten die Wolken doch noch ein Einsehen und haben uns ein wunderschönes Morgenrot geschenkt. Was lernen wir daraus? Der Sonnenaufgang ist erst vorbei, wenn die Sonne wirklich richtig über den Bergen steht! Das Warten lohnt sich.
Nach einem leckeren Frühstück ging es um kurz vor 8 Uhr los in Richtung Schesaplana. Die Wanderung ist entgegen Aussagen, die wir gehört haben, nicht für Jedermann geeignet. Die 600 Höhenmeter verlangen einem konditionell zwar nicht das Letzte ab, aber dafür ist der Weg technisch sehr anspruchsvoll (teilweise muss man sich den Weg selbst suchen), was man sowohl beim Aufstieg, als auch beim Abstieg berücksichtigen muss.
Wir sind bei bewölktem Himmel an der Totalphütte gestartet und schon kurz nach der Hütte ging es hinein in die Wolken. Dadurch, dass die Wolken nicht besonders dick waren hat es die Sicht überhaupt nicht beeinflusst. Nach ca. der Hälfte des Anstiegs waren wir dann durch die Wolkendecke durch und hatten einen super Ausblick auf die umliegenden Berggipfel, wie sie durch die Wolkendecke hervorschauten. Kurz vor dem Gipfel kommt nochmal eine ausgesetzte Stelle, die jedoch mit Stahlseilen gesichert ist. Kurz hinter dem Joch kreuzt man kurz rüber in die Schweiz und dann geht es die letzten Höhenmeter auf den Gipfel der Schesaplana. Das gute Wetter sollte uns bis zum Gipfel begleiten und das Gefühl oben anzukommen war einfach der Hammer! Der Wind hat die Wolken immer mal wieder etwas weggeblasen, was uns dann immer mal wieder kurze Blicke auf den Lünersee, die Mannheimer Hütte oder den Brandner Gletscher ermöglich hat.

 

Abstieg von der Schesaplana

Nach einer reichhaltigen Jause haben wir den Abstieg begonnen. Wir sind den gleichen Weg, den wir auch hochgewandert sind wieder hinuntergegangen. Die kleine „Kletterpassage“ kurz unterhalb des Gipfels war dabei eindeutig das schwierigste Stück. Aber auch hinterher musste man sich gut konzentrieren, da man größtenteils über lose Steine wandert und da sehr leicht mal wegrutscht. Auf ungefähr halber Stecke haben wir nochmal einen Zwischenstopp in der Totalphütte gemacht und einen Kakao getrunken, bevor es dann die letzten Meter bergab ging.

Die Wanderung vom Lünersee zur Schesaplana ist eine wunderschöne hochalpine (blau-weißer Steig) Wanderung im Rätikon mit der Besteigung eines fast 3000er. Wenn man die Wanderung an einem Tag machen möchte, dann sollte man konditionell gut aufgestellt sein und auch technisch kein Anfänger sein.

Die Schesaplana kann man auch noch von Brand aus und über die Mannheimer Hütte besteigen.

 

 

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